Mona Georgia Müller, jüngster Neuzugang bei Move Acting Agency ist derzeit gleich in 2 Theatherstücken am Anhaltinischen Theater in Dessau zu sehen:
Ein Känguru wie Du
Für alle ab 8 Jahren
Ein ganzes Jahr lang haben Lucky und Pascha gemeinsam mit ihrem Trainer für ihren großen Auftritt trainiert. Lucky ist ein schwarzer Panther, Pascha ein weißer Tiger und sie wollen bei einem Zirkuswettbewerb vor der Prinzessin auftreten und den goldenen Pokal gewinnen. Und wer weiß, vielleicht heiratet die Prinzessin ja dann sogar ihren Trainer und es winkt ihnen ein Leben im Schloss als richtige Familie. Da gibt es nur ein Problem: Irgendwie hat es bislang bei ihrem Trainer mit den Frauen nie geklappt. Eigentlich möchte er die Prinzessin auch überhaupt nicht heiraten. Dabei ist er immer so gefühlvoll, parfümiert sich ständig und hört Mozart. Pascha und Lucky kommt ein schrecklicher Verdacht. Ist ihr Trainer etwa – schwul?
Mit so jemandem wollen sich Lucky und Pascha auf keinen Fall in der Öffentlichkeit sehen lassen. Und so beschließen sie abzuhauen. In der Stadt lernen sie das Känguru Django kennen, einen Box-Champion, der jeden Gegner mit nur wenigen Haken k. o. schlägt. Als sie erfahren, dass Django schwul ist, kommen sie ins Grübeln. Denn sie mögen das Känguru. Und wer weiß, vielleicht wäre Django ja sogar der richtige Partner für ihren Trainer? Sie beschließen, zurückzukehren und die beiden miteinander bekannt zu machen. Doch die Begegnung zwischen Django und dem Trainer läuft anders als erwartet.
In seiner Geschichte Ein Känguru wie du erzählt Ulrich Hub, wie Freundschaft Vorurteile und irrationale Ängste überwinden kann. Welche Ängste sind sinnvoll und welche nicht? Angst vor Lampenfieber? Angst vor Wasser? Angst vor Männchen, die Männchen mögen? Dabei zählen doch zuallererst die Begabungen eines jeden Einzelnen, die Stärke, die durch Zusammenhalt und Freundschaft entsteht und die Fähigkeit, etwas oder andere zu mögen – ganz egal ob Männchen oder Weibchen oder Pizza Hawaii ohne Schinken und Ananas.
Aufführungsrechte: Verlag der Autoren, Frankfurt am Main
Inszenierung Ralph Kinkel
Bühne Moritz Nitsche
Kostüme Katrin Sergejew
Dramaturgie Dr. Luise Vollprecht
Pascha Frederik Götz
Dompteur Jan-Eric Meier
Lucky Mona Georgia Müller
Django Edgar Sproß
Pressestimmen
»Das Stück zeigt, wie stark die Ablehnung sein kann, wenn man erstmalig mit Homosexualität konfrontiert ist. Dabei fällt auch beleidigendes Vokabular gegenüber Schwulen. Doch schafft es das Stück, dieses einzuordnen und stellt überzeugend dar, wie Freundschaft Akzeptanz gegenüber Anderem fördert. Dabei wird auch humorvoll mit Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit gespielt. Während Pascha bei der Zirkusvorführung überraschend hoch singt, erklingt Luckys Stimme in Männerlage. Und auch die Darstellung des Kängurus kommt ganz ohne schwule Klischees aus.«
Leonie Beer, Mitteldeutsche Zeitung, 23.04.2025
Der Gott des Gemetzels
von Yasmina Reza
Deutsch von Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel
Der Abend beginnt harmlos: Das Ehepaar Véronique und Michel Houillé hat das Ehepaar Annette und Alain Reille in seine gutbürgerliche Pariser Wohnung eingeladen. Gemeinsam möchten sie eine Erklärung zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung ihrer Söhne verfassen, bei der der Sohn der Reilles dem Sohn der Houillés mit einem Stock die Zähne eingeschlagen hat. Der Vorfall soll einvernehmlich und zivilisiert zwischen den Erwachsenen geklärt werden. Doch die kultivierte Oberfläche ist dünn und darunter brodelt es. Und so brechen im Verlauf des Abends die unter dieser dünnen Oberfläche liegenden Eitelkeiten und Verletzungen hervor. Die Kultiviertheit, mit der sich die gut situierten Paare inszenieren und die sie bewusst ausstellen, wird dabei immer mehr als Heuchelei und Doppelmoral entlarvt. Zunehmend geht es nicht mehr um die Prügelei und die Frage, wer Schuld daran hat, sondern um Persönliches und Grundsätzliches. Denn sind die Kinder nicht immer auch ein Spiegel ihrer Eltern? Befeuert wird der Konflikt auch durch Alain Reille, der als Anwalt eines Pharma-Konzerns permanent das Handy am Ohr hat und versucht, den Skandal um die Nebenwirkungen eines Medikaments in den Griff zu bekommen – ein Medikament, das auch die Mutter von Michel Houillé nimmt, wie sich im Laufe des Abends herausstellt. Die Konflikte verschärfen sich zusehends. Ständig wechselnde, paarübergreifende Allianzen und Gegnerschaften treiben dabei eine Abwärtsspirale der zunehmenden Eskalation voran, die immer tiefer in die menschlichen Abgründe der vier Figuren blicken lässt.
Der Gott des Gemetzels von Yasmina Reza, uraufgeführt 2006 am Schauspielhaus Zürich, 2011 in Starbesetzung als Kammerspiel von Roman Polański verfilmt, ist längst ein moderner Klassiker, der aufzeigt, wie dünn die Fassade von Anstand und Zivilisiertheit ist und wie schnell diese zusammenbrechen kann, wenn der Gott des Gemetzels die Herrschaft über uns gewinnt.
Aufführungsrechte: Theaterverlag Desch GmbH, Berlin
Inszenierung Axel Stöcker
Bühne Martin Dolnik
Kostüm Ilona Tokar
Dramaturgie Mahsa Asgari
Vèronique Houillé Maribel Dente
Michel Houillé Jan-Eric Meier
Annette Reille Mona Georgia Müller
Alain Reille Edgar Sproß


